Exhibition Rosebuds: Hidden Stories of Things

D21 Kunstraum Leipzig.
Exhibition Rosebuds.

Participation with the work „Kartoffelalgorithmus“.
opening: 28.12.2017, 19 Uhr.
exhibition period: 28.12.2017 – 28.01.2018

(PDF)

participants: Morehshin Allahyari, Honey Biba Beckerlee, Hans-Christian Dany, Paul DeMarinis, Constant Dullaart, Mark Fridvalszki, Francis Hunger, Ryan S Jeffery, Elli Kuruş, Marie-Eve Levasseur, Olia Lialina, Geert Lovink, Lisa Parks, Fabian Reimann, Georg Trogemann, Tris Vonna-Michell

curators: Lena Brüggemann, Francis Hunger, Fabian Reimann

The exhibition Rosebuds – Hidden Stories of Things presents personal objects belonging to international artists and thinkers. Whether sim-card, selfie-stick, highschool yearbook, flight jacket, or block-chain wedding cake: The collection narrates media history in the form of an archive of norms, uses, faded dreams, as well as irreversible transformations of humans and technologies. The leading question is how our technosphere – conceptualised as an ever progressing intertwinement of human culture, ecological environment, and global technology – can be explained in its contemporary form. The exhibition is closely linked to a symposium which discusses artistic practices of media archeology.

Kartoffelalgorithmus, 2017
Videoperformance, 5“ (Loop), Kartoffeln, Nudeln,
Messer, Brettchen, Lederband
Georg Trogemann

Algorithmen und ihre Realisierung in Software stehen im Zentrum der Digitalisierung. Sie bilden die Brücke zwischen dem menschlichem Verstand und schematisierten, materiellen Rechenprozessen. „Kartoffelalgorithmus“ zeigt ein Verfahren statistisch interpretierbarer Sortierung von Kartoffeln und abgelängten Nudeln. In einem nicht-klassischen Sortierverfahren,
das sich als sehr effizient erweist, werden gleichzeitig alle Nudeln auf dem Tisch aufgestellt. Während der schnellste serielle Sortier-Algorithmus Quicksort eine Komplexität von O(n*log(n)) besitzt, ist dieser Sortiervorgang von konstanter Komplexität. Die Vorbereitungsphase – das Ablängen der Nudeln – und die Nachbereitung der Sortierung – das sukzessive Wegnehmen der jeweils längsten Nudel – sind jeweils von linearer Ordnung.

Das Video ist mit einfachsten Mitteln entstanden. Jedes Mal, wenn eine Nudel geschnitten wird, überträgt sich die Erschütterung des Tisches auf die Schreibtischlampe und damit auf das Bild der Handy-Kamera. Der Effekt wird nicht korrigiert. Denn es gibt keine unbeteiligte Beobachtung, und auch im algorithmischen Denken gibt es keine beobachterunabhängigen Wahrheiten. Algorithmen sind vielmehr Externalisierungen menschlicher Art und Weise, die Welt zu verstehen und zielgerichtet in ihr zu handeln.